Letzte Ausgabe: Arbeiten
Wärme-, Licht- und Lebensspender FEUER

Wärme-, Licht- und Lebensspender FEUER

In der dunkelsten Zeit des Jahres ist Licht bei allen Lebewesen besonders begehrt. Viele Menschen versuchen so viele Sonnenstrahlen wie möglich zu erhaschen, was in Tirol bestimmt einfacher ist als in Wien. Einige Menschen kennen den „Winterblues“ nur zu gut, der durch Mangel an natürlichem Tageslicht ausgelöst werden kann.

Unsere Vorfahren versammelten sich in den kalten und dunklen Wintermonaten um das Feuer, das Licht, Wärme und Geborgenheit spendete. Feuer war vor allem in den nördlichen Gebieten überlebensnotwendig und bildete das Zentrum jeder Gemeinschaft und jedes Haushaltes. Es wurde gehütet, geehrt und war oft wichtigster Bestandteil von Bräuchen und Festen, z.B. als Sonnwend- oder Osterfeuer. Heute finden wir das Symbol des „Lebensfeuers“ noch als „Ewiges Licht“ in den Kirchen, in Christbaumkerzen oder im Olympischen Feuer.

Auch wenn in unserer modernen Zeit das Feuer als Energie- und Lichtquelle schon lange von der Elektrizität abgelöst worden ist, genießt es fast jede/r, die/der die Möglichkeit dazu hat, am Feuer zu sitzen und in die Flammen zu schauen. Feuer besitzt eine besondere Heilkraft und Mystik. Auch heute noch wird von den naturverbundenen Völkern Feuer als heiliges Element verehrt: Es ist das einzige Element, das der Mensch erzeugen kann.

Feuer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschenke für das Feuer

Überall auf der Welt findet man den Brauch, dem Feuer Geschenke zu übergeben. Das Entzünden von Räucherwerk gehört zu den ältesten rituellen Praktiken der Menschheit. Düfte von heimischen Kräutern, Harzen, aber auch wertvollen exotischen Räucherstoffen haben schon unsere Vorfahren und Menschen aller Kulturen im Alltag zur Reinigung, für Heilungsprozesse aber auch zu besonderen Anlässen begleitet. Nach wie vor wird das Räuchern in manchen Kulturkreisen täglich praktiziert. Räuchern gehört zu den ältesten Heilanwendungen und ist sozusagen die „Großmutter der Pflanzenheilkunde“.

Heute kennen viele das Räuchern nur noch aus der Kirche, wo in erster Linie Weihrauch verwendet wird. In ländlichen Gebieten findet man noch hie und da den Brauch des Räucherns in den Rauhnächten in den Weihnachts- und Neujahrstagen, um Segen und Schutz zu erbitten. Verwendet werden neben Weihrauch und Myrrhe heimische Harze und Heilpflanzen, z.B. aus dem Kräuterbuschen des letzten Sommers.

Uraltes Wissen wiederentdecken

Immer mehr Menschen entdecken wieder das alte Wissen um die heilsamen Düfte. Räuchern verändert die Atmosphäre und dient auch dazu, Räume oder sich selber zu reinigen, Wohlbefinden, Harmonie oder meditative Stimmung zu erzeugen und uns in verschiedenen Lebenslagen zu unterstützen. Mit Rauchwerk lassen sich auch festliche Anlässe wunderbar begleiten.

Der Duft der verräucherten Pflanzenteile enthält psychoaktive, körperlich und seelisch wirksame Inhaltsstoffe. Ich verlasse mich meistens auf die eigene Intuition bezüglich der Auswahl von Räucherwerk und kann das auch so weiterempfehlen. Wichtig für mich ist jedenfalls, dass die Räucherstoffe hundertprozentig natürlich sind (und nicht giftig ).

Viele Kräuter, Harze, Rinden, Samen und Wurzeln können wir selber sammeln und zu Räucherwerk weiterverarbeiten. Je kleiner das Pflanzenmaterial umso besser, d.h. Wurzeln sollten am besten pulverisiert (z.B. Kaffeemühle), getrocknete Pflanzen gemörsert und Harze auch im Mörser zerstoßen werden.

Im Handel und auch auf Märkten erhält man verschiedenste Räucherwaren und es gibt einige gute Bücher, die zum Erforschen und Ausprobieren der Räucherkunst einladen. Für alles rund ums Räuchern kann ich persönlich Karin Luger mit ihrem online-shop www.sonnlicht.at sehr empfehlen: Dort gibt es eine großartige Auswahl in bester Qualität, man findet auch ein großes Sortiment an Zubehör und gute Beschreibungen der Räucherstoffe.

 

Einige Pflanzen eignen sich besonders gut für Räucherungen, eine meiner liebsten Pflanzenverbündeten, die „Licht ins Dunkel“ bringen kann, möchte ich hier vorstellen:

Alan

 

ALANT (Inula helenium)

„Ich sammle die Kraft der Sonne in meinen Wurzeln und verströme dieses Licht in Zeiten der Dunkelheit“

(Bildquelle: www.biolib.de)

Die alten Namen Heil- oder Sonnenwurz, Brustalant und Elfenampfer deuten schon auf eine große Heilpflanze hin. Alant gehört zur Familie der Korbblütler und gilt schon durch seine Erscheinung als Sonnenpflanze. Verwendet wird in erster Linie der aromatische Wurzelstock, der früher auch roh oder gekocht gegessen wurde.

Die Sonnenwurz ist ein besonderer Räucherstoff. Die Sonnenkraft wird in der Wurzel gespeichert und durch das Verräuchern als duftende Lichtbotschaft wieder freigegeben. Gerade in der dunklen Jahreshälfte, wenn die Sonnenstunden rar sind, ist eine Räucherung mit Alant eine Wohltat für die Seele. Der feine, balsamische und etwas veilchenartige Duft harmonisiert und entspannt, beruhigt, vertreibt Traurigkeit und Trübsinn und schafft eine schützende, positive Atmosphäre. Für die Verwendung als Räucherstoff wird die getrocknete Wurzel fein gemörsert oder pulverisiert.

Weitere Anwendungsmöglichkeit vor allem in der kalten Jahreszeit: Die Alantwurzel als Tee getrunken wirkt schleimlösend, auswurffördernd und somit bei Husten/Bronchitis aber auch bei Darm- und Magenproblemen. Dazu wird ein Teelöffel zerkleinerte Wurzel mit 250 ml kochendem Wasser übergossen, die Ziehzeit beträgt ca. 10 Minuten.

Ein lichtes und wunderbar duftendes Weihnachten wünscht

Martina Hofer

Martina Hofer

Martina Leidenschaftliche, verwurzelte Tirolerin, die es liebt, nachts mit Freunden am Lagerfeuer zu singen und Geschichten zu erzählen. Berge bedeuten für sie Freiheit, ihre Mythen und Wirkung auf die Menschen wecken Martinas Forschergeist. Die gut geerdete und ehrliche Lebenseinstellung aber auch die Verbundenheit mit Pflanzen und Tieren wurden ihr bereits in der Zillertaler Heimat in die Wiege gelegt, vieles davon gibt sie als Naturbotschafterin und Kräuterfachfrau entschlossen und authentisch weiter.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Sopha verwendet Cookies. Durch die weitere Benützung unserer Seite stimmst du dem zu. Mehr Infos

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close